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Low Carb High Fat - nur ein Trend oder eine Kehrtwende?

Unsere Vorfahren vor millionen Jahren ernährten sich hauptsächlich von Fleisch, Fett (wie Knochenmark oder Gehirn), Gemüse, selten auch einmal Beeren und Nüssen. Damals mussten sich die Menschen auf längere Hungerperioden einstellen, sie konnten nur das essen, was sie jagen konnten oder sammelten. Der Mensch von vor 3 millionen Jahren ernährte sich quasi mittels einer Eiweiß-Fett-Diät. Unter dieser Ernährung entwickelte sich das Gehirn des Menschen weiter, sein Wachstum und seine Leistungsfähigkeit verstärkten sich. Süße Früchte waren sicher schon damals sehr beliebt, aber es ist nahezu unmöglich  in der Natur etwas zu sammeln, das einen Zuckergehalt von 20% und mehr hat, außer vielleicht Honig von Wildbienen. Kartoffeln und Getreide gab es auch nicht oder nur in wesentlich geringerem Ausmaß als heute. Mit dem Getreideanbau wurde erst vor rund 10.000 Jahren begonnen. Außerdem schätzt man, dass Jäger und Sammler ca. 10 km am Tag zurücklegten, um ihre Nahrung zu finden, sie waren also stets körperlich aktiv.

Diverse Anthropologen behaupten, dass Fett und Fleisch eine regelrechte “Hirnnahrung” für den Menschen wären und sich das Hirn des heutigen Menschen nur durch die Ernährungsweise unserer Vorfahren so weit entwickeln konnte, wie es heute ist.
Heutige Ernährungskonzepte verbreiten seit den 70ern genau das Gegenteil: Ballaststoffreiche Ernährung, Vollkorn und Getreideprodukte, fettreduziert - so soll trotz immer lauterer Gegenreden laut gängiger Ernährungsempfehlungen der Speiseplan aussehen. Fett wird verantwortlich gemacht für die steigende Fettleibigkeit und diverse gesundheitliche Probleme der heutigen Gesellschaft, Zucker wurde freigesprochen.

Dies führte dazu, dass gerade Fertigprodukten das Fett entzogen und durch Zucker ersetzt wurde - vermeintlich gesund und kalorienreduziert. Noch bis vor 5 Jahren boomten allerorts die sog. "Light-Produkte".

Der Mensch ernährt sich heute kohlenhydratreich und nimmt so reichlich Zucker zu sich. Das Gehirn und der ganze Körper bekommen den Hauptteil ihrer Energie aus Glucose, nicht mehr aus Fett. Ein Kohlenhydratstoffwechsel ist zur Versorgung des Gehirns aber nur bedingt geeignet. Der Blut-Glucose-Spiegel wird stark durch kohlenhydratreiche Nahrung beeinflusst, das Gehirn muss aber unabhängig von Nahrungsaufnahme mit Energie versorgt werden. Weiterhin lässt sich Glucose nur in sehr geringen Mengen in einer Form im Körper speichern, aus der bei Bedarf auch wieder Glucose abgerufen werden kann. Nimmt der Körper zu viel Glucose auf, wird diese überwiegend als Fett gespeichert. Fett kann aber nur in geringen Mengen wieder zurück zu Glucose verarbeitet und als Energielieferant eingesetzt werden. Außerdem hat Glucose im Vergleich zu Fett weniger Kalorien und ist somit ein schwächerer Energieträger.

In Stresssituationen und bei fordernden Tätigkeiten kann es so leicht zu einer instabilen Versorgung des Gehirns mit Glucose kommen - der Mensch muss wieder eine Mahlzeit einnehmen, vorzugsweise eine kohlenhydratreiche, damit ein rascher Anstieg des Blut-Glucose-Spiegels bewirkt werden kann. Wenn zu viel Energie über Glucose aufgenommen wird, wird diese zu großen Teilen als Fett wieder eingelagert. Darüberhinaus verhindert kohlenhydratreiche Ernährung die Fettverbrennung. Ein Stück Obst kann laut Atkins die Fettverbrennung für drei Tage außer Kraft setzen. Wer sich kohlenhydratreich ernährt und anbnehmen möchte, muss zumeist hungern.

Wird sich dann auch noch eine gleichzeitig kohlenhydrat- und fettreiche Mahlzeit, wie es häufig bei Fast Food der Fall ist, aufgenommen, wiegt der Fall noch schwerer, da der Körper nur dir Glucose nutzt, das Fett wandert ungenutzt auf die Hüften.

Viele Nahrungsexperten haben den Schluss gezogen, fettreiche Ernährung wäre für Fettleibigkeit verantwortlich - und raten zu fettarmer und kohlenhydratreicher Ernährung. Das eigentliche Problem ist aber, dass der Körper völlig die Fähigkeit verloren hat, Ketolysekörper zu produzieren, um seine Energie aus Fetten ziehen zu können, da er andauernd mit Glucose überversorgt ist.
Durch eine Umstellung auf “Fettstoffwechsel” durch kohlenhydratarme Ernährung gewinnt das Gehirn diese Fähigkeit zurück. Glucose wird in dem Maße, wie sie bei heute üblicher Ernährungsweise aufgenommen wird, überhaupt nicht benötigt.
Durch seine zuckerlastige, kohlenhydratreiche Ernährung züchtet sich der Mensch buchstäblich seine eigenen Krankheiten: Fettleibigkeit, Migräne und Diabetes.

Immer mehr Ernährungswissenschaftler erkennen diese Problematik und raten zu weniger Kohlenhydraten und mehr Fetten, doch diese Ernährungsweise ist gar nicht mehr so einfach durchzuführen. Auf nahezu jedem Brotaufstrich, in Leberwurst, Suppen, Soßen, Eintöpfen usw. befindet sich Zucker. Wer seine Ernährung konsequent umstellen will, muss von Fertigprodukten quasi völlig Abstand nehmen und sich vor allem ursprünglichen, natürlichen Lebensmitteln zuwenden und deren Zubereitung erlernen.

Ist kohlenhydratarme Ernährung überhaupt gesund?

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Hypoglykämiker reagieren in einer Weise auf Kohlenhydrate, die sie krank werden lässt. Deshalb ist es eine gute Idee, Zucker und Stärke stark einzuschränken.
Aber es kommt bei gesunder Ernährung nicht nur darauf an, was man weg lässt, sondern auch darauf, was man sonst zu sich nimmt. Eine Diät, die z.B. nur aus hart gekochten Eiern besteht, ist sehr kohlenhydratarm, aber sicher nicht gesund.

Außer den Nährstoffen Fett, Eiweiß und wenig Kohlenhydrate, sollte gesunde Ernährung ausreichend Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien enthalten. Bei Fett sollte Wert darauf gelegt werden, hochwertig Fette mit einem günstigen Anteil an ungesättigten Fettsäuren zu sich zu nehmen. Die Nahrungsmittel sollten rückstandsfrei sein und keine Antibiotika, Hormone o.ä. enthalten. Hochwertige (Bio-)Fleisch- und Fischprodukte sind Fleisch aus billiger Massentierhaltung der Gesundheit (und den Tieren zuliebe) in jedem Fall vorzuziehen.

Die Paleo-Diät ist derzeit stark im Kommen und verbindet all diese Elemente auf vorbildliche Art und Weise, ist aber im Alltag nur schwer dauerhaft umzusetzen, auch wenn es mittlerweile in Berlin sogar Paleo-Restaurants gibt.

Schon seit vielen Jahren gibt es die Empfehlung, fünfmal täglich Obst oder Gemüse zu essen. Für Hypoglykämiker heißt das modifiziert: keinmal bis einmal Obst, mindestens dreimal Gemüse. Man kann Obst gegen Gemüse austauschen, aber nicht umgekehrt. Und: es kommen nur stärkearme Gemüse in Frage, also keine Kartoffeln, Karotten, Hookaido-Kürbis, Mais etc.

Zu diesen pflanzlichen Nahrungsmitteln können in Maßen (vollfette) Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch, Nüsse und einige Hülsenfrüchte verzehrt werden. Hier ist wiederum auf individuelle Verträglichkeit zu achten.

Erst bei Getreide, Kartoffeln, Nudeln, Reis und Süßigkeiten wird es kritisch. Wenn Hypoglykämiker überhaupt etwas davon vertragen, dann eher Vollkornprodukte als Weißmehlprodukte. Dies sollte erst nach Abschluss der zweimonatigen Diät ausgetestet werden.

Auch wenn es noch keine ausreichenden Studien dazu gibt, kann man davon ausgehen, dass wir unsere genetische Bandbreite durch die in den Industriestaaten als "normal" angesehenen Mengen von Kohlenhydraten überfordern. Hinzu kommt, dass Essen überall und zu jeder Zeit verfügbar ist. Der Mensch isst aus Langeweile, aus Frust, aus Spaß. Nahrung dient ursprünglich der reinen Energieversorgung, scheint heute für Viele aber immer mehr zu einem Zeitvertreib verkommen zu sein.

Ja, Nahrung soll Spaß machen und sie soll schmecken. Aber wer sich einmal mit Fast Food und Zutatenlisten von Fertigprodukten beschäftigt hat, wird feststellen: mit Nahrung hat das nicht mehr viel zu tun.
Die Inhalte dieser Seite basieren auf folgenden Quellen:
  • Peter Mersch: »Migräne - Heilung ist möglich« Hrsg. Peter Mersch (2006), ISBN 3-8334-4638-2: S.40ff